Burnout: Der Tropfen zu viel

22. Mai 2018
Burnout: Der Tropfen zu viel

Nur im Stress oder schon am Weg ins Burnout? An diesen Burnout Phasen erkennen Sie, ob Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter Hilfe brauchen.

„Das ist jetzt nur eine besonders stressige Phase, das geht vorbei“ – Solche harmlosen Sätze hört man oft im Bekanntenkreis und unter Kollegen. Dauerstress kann zur Gefahr werden und im Burnout enden. Die Tendenz steigt: Laut Arbeitsklima-Index der AK Oberösterreich aus 2017 kennt bereits jeder dritte Befragte Burnout-Fälle aus dem eigenen Betrieb. Eine aktuelle „market“-Umfrage von April 2018 zeigt, dass sich jeder zweite Österreicher aktuell für burnoutgefährdet hält. Davon schätzen 14 Prozent ihr Risiko als „stark“, 17 Prozent als „mittel“ und 20 Prozent als „niedrig“ ein. Lediglich 41 Prozent der Befragten gaben an, für sich persönlich derzeit gar kein Burnout-Risiko zu sehen. In Deutschland stellen psychische Erkrankungen mittlerweile bereits die zweithäufigste Ursache für Krankenstände dar, wie das Statistik-Portal Statista belegt. Der Schweizer Job-Stress-Index aus 2016 von der Stiftung Gesundheitsförderung zeigt, dass jeder vierte Arbeitnehmer erschöpft und gestresst ist.

Burnout steigt ungebrochen. Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger erwähnte den Begriff „Burnout“ erstmals im Jahr 1974. Er identifizierte zwölf Phasen oder Stufen des Burnouts, die für den Verlauf typisch sind, und die heute bei Erkennung und Therapie eine wichtige Rolle spielen. Oft kann es bei den einzelnen Phasen zu Überschneidungen kommen. Überhöhter Arbeitseinsatz gefolgt von der Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse, Rückzug, das Gefühl von innerer Leere und verschiedene weitere körperliche Symptome spielen eine wesentliche Rolle im Verlauf des Burnouts. Als Führungskraft und Unternehmer haben Sie die Verantwortung, erste oder bereits sogar verstärkte Anzeichen ernst zu nehmen.

 

Erkennen Sie die folgenden 12 Burnout Phasen frühzeitig und werden Sie aktiv:

Phase: 1. Leidenschaft und der Drang, sich zu beweisen

Am Anfang des Ausbrennens steht immer das Feuer: In der ersten der 12 Burnout Phasen brennt das Feuer für die Arbeit. Man sprüht voller Energie und möchte sich selbst und anderen zeigen, wie viel man persönlich und für das Unternehmen erreichen kann.

Phase: 2. Verstärkter Einsatz

Immer mehr Arbeiten werden angenommen, unzählige Überstunden gemacht, die Arbeit geht – oft unbezahlt –  auch in der Freizeit und im Urlaub weiter. Es herrscht das Gefühl, unentbehrlich zu sein. Hobbys, Freunde und persönliche Interessen werden zugunsten des Jobs zurückgestellt.

Phase: 3. Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse

Das Hamsterrad dreht sich weiter: Die Arbeitsbelastung steigt, der Ausgleich fehlt. Phasen der Müdigkeit werden überspielt und mit Kaffee, Zigaretten oder anderen Genussmitteln „weggemacht“. Es kommt verstärkt zu innerer Unruhe und zu ersten Schlafstörungen. Die eigenen Bedürfnisse und die Signale des Körpers werden ausgeblendet.

Phase: 4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

Hobbys und soziale Kontakte außerhalb der Arbeit haben ausgedient – doch auch die Konzentration lässt zu wünschen übrig: Es treten vermehrt Fehler und Ungenauigkeiten auf, Termine und Abgabefristen werden vergessen. Zugleich werden Beziehungen zunehmend als belastend erlebt. Das bringt die Negativspirale weiter in Gang: Konflikte in der Familie, in der Partnerschaft und mit Freunden treten auf. Lösungen scheint es kaum zu geben, denn die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen, fehlt.

5. Umdeutung von Werten

In der fünften der 12 Burnout Phasen findet eine gefühlsmäßige Abstumpfung statt. Emotionen werden kaum mehr wahrgenommen, was Beziehungen im Job und privat noch schwieriger und problemgeladener macht.

Phase: 6. Verdrängung von Problemen

Jetzt setzt die Desillusionierung ein: Die Anerkennung in der Arbeit fehlt. Die Freude ist vergangen, der Frustration wird nachgegeben, indem man öfter zu spät kommt, früher geht oder gar nicht in der Arbeit erscheint. Die innere Kündigung hat stattgefunden. Auffallend in Phase 6 ist ein verstärkter Zynismus und eine Feindseligkeit gegenüber anderen.

Überforderung und die Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse sind ein kritischer Punkt in den Burnout Phasen.

Phase: 7. Rückzug

In Phase 7 der 12 Burnout Phasen kommt es zum Rückzug. Verzweiflung kommt auf. Es scheint kein Vor und Zurück zu geben, es gibt kaum mehr Orientierung, man fühlt sich hilflos und ausgeliefert. Die innere Leere kommt in Angstzuständen und psychosomatischen Beschwerden zum Ausdruck. Zum Beispiel in Form von chronischen Schlafstörungen, Herzrasen, Gewichtsveränderungen, Verdauungsproblemen oder Bluthochdruck. Der Betroffene sieht sich kaum mehr in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Die Arbeitsleistung und die Fähigkeit zur Selbstorganisation sind stark beeinträchtigt. Man meidet soziale Kontakte und weigert sich, Hilfe anzunehmen.

Phase 8: Merkbare Verhaltensänderung

Jetzt dominiert das Gefühl des Selbstmitleids und der Einsamkeit. Wenn andere Menschen sich in guter Absicht zuwenden, wird das mit Ärger abgeblockt. Das emotionale Erleben ist jetzt völlig abgestumpft: Alles wird als sinnlos und leer empfunden, man fühlt nur mehr Gleichgültigkeit.

Phase 9: Verlust des Gefühls der eigenen Persönlichkeit

In Phase 9 der 12 Burnout Phasen ist man bereits völlig taub und hat sich von sich selbst entfremdet. Alle Wesensmerkmale, die einen früher ausgemacht haben, sind jetzt verschwunden. Die psychosomatischen Beschwerden werden stärker, an gesunden Schlaf ist kaum zu denken, man „funktioniert“ –  wie ein Roboter.

Phase 10: Innere Leere

Die eigene Person und das ganze Leben werden nur mehr negativ bewertet. Die Gefühle wechseln zwischen Angst- und Panikattacken und dem Gefühl des Abgestorbenseins.

Phase: 11. Depression und Erschöpfung

Nichts geht mehr – der Betroffene empfindet jetzt völlige Erschöpfung und Sinnlosigkeit.

Phase: 12. Völlige Erschöpfung

In der letzten Phase der 12 Burnout Phasen folgt der völlige Zusammenbruch – körperlich und psychisch. Die Situation ist extrem bedrohlich: Die geistige und emotionale Erschöpfung ist lebensgefährlich, das Immunsystem und das Herzkreiszlaufsystem sind bereits so sehr geschwächt, dass es zu Folgeerkrankungen kommen kann.

Lassen Sie es bitte nicht so weit kommen und werden Sie frühzeitig aktiv!

 

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